Aus Spaß wurde Ernst – Wie der BVB auf Münchner Niveau absteigt

Borussia Dortmund hat großen Anteil daran, dass ich überhaupt eine Leidenschaft für Fußball entwickelt habe. Denn die ersten beiden Spielzeiten, die ich bewusst wahrnahm, in denen ich in die Welt des Fußballs entführt wurde, waren die beiden Meistersaisons des BVB.

Wohl keiner kann jemanden, der gerade zum ersten Mal die Geschehnisse in der Bundesliga verfolgt, besser für den Sport begeistern als diese junge wilde Mannschaft mit diesem unkonventionellen, leidenschaftlichen Trainer an der Seite, diese Mannschaft, die mit einem berauschenden Offensivfußball die Zuschauer nach allen Regeln der Kunst verzauberte, die mit reinem Spaß und Leidenschaft die bösen, arroganten Bayern niederringen, ja regelrecht an die Wand spielen konnte, und die einfach so unfassbar sympathisch war. Mit all diesen jungen bodenständigen Spielern, die einfach nur Spaß am Fußball hatten und dadurch zu Weltklasseleistungen im Stande waren. Dass ich trotz dieser Art von Kontaktaufnahme mit dem Fußball Anhänger des Erzrivalen aus Gelsenkirchen wurde, hat andere Gründe, die hier nicht weiter von Bedeutung sind.

Denn trotzdem habe ich für Dortmund immer eine sehr große Sympathie empfunden. Doch seit dieser Saison muss ich feststellen, dass sich das stark verändert hat. Und das liegt daran, dass sich die Mannschaft nicht länger durch die beschriebenen Eigenschaften auszeichnet, sondern sich sehr den Charakteristika des FC Bayern München annähert.

Die oberflächliche und offensichtlichste Änderung dieser Spielzeit gegenüber den vorherigen ist natürlich der Trainer. Man nahm Thomas Tuchel ja schon vor dem Wechsel als Klopp-Nachfolger wahr, bescheinigte ihm die gleiche frische und leidenschaftliche Art, mit denen die beiden unerfahrene Mannschaften zu unerwartet herausragenden Leistungen brachten.

Jetzt zeigt sich allerdings, dass so wie der Tuchel-BVB weniger der Klopp-Version und mehr den Guardiola-Bayern ähnelt, es sich auch mit dem Trainer selbst im Vergleich zu seinen Kollegen verhält. Tuchel ist nicht humorvoll und unkonventionell. Er führt seine Mannschaft vielmehr seriös und akribisch, formt sie zu einer fehlerlosen, perfekt funktionierenden Maschine, wie man es von Guardiolas Mannschaften gewohnt ist.
Thomas Tuchel macht keinen Hehl aus seiner Bewunderung für den katalanischen Fußball-Messias. Man denke nur an die Pressekonferenz vor dem ersten deutschen Classico der beiden, als der Dortmunder Coach statt mit frechen Kampfansagen und Starkmachen für den eigenen Verein aufzutrumpfen eine Liebeserklärung an den Kollegen richtete.

Tuchel bewundert Guardiolas Perfektionismus und ahmt sein Vorbild auch schon erstaunlich gut nach. Alles läuft immer genau nach Plan, allein die Tatsache wie erfolgreich er in seinem ersten Jahr ist, bestätigt das. Thomas Tuchel hat die Erwartungen genau erfüllt, sofort wieder die mittlerweile dem Titel gleichwertig erscheinende Vizemeisterschaft zurück erobert und auch international scheint ein Durchmarsch zu winken.
„Drama-Queen der Champions League“ nannte man den BVB noch in dieser unfassbaren Saison, voller Last-Minute-Siegen und Spektakeln, die erst durch den bayerischen Triple-Gewinn beendet wurde. Die jetzige Euro League Saison hingegen wird so nüchtern und konstant durchspielt wie man es vom FC Bayern gewohnt ist und selbst der hat diesmal ein bisschen Spannung reingebracht. Es würde wohl niemanden überraschen, wenn Dortmund den Titel tatsächlich gewinnen sollten.

Leidenschaftslose Plichtsiege oder auch klar überlegene Vorstellungen wie gegen Tottenham prägen bisher den Saisonverlauf. Eben so wie man es von den Bayern gewohnt ist. Sicher, fußballerisch sind fehlende Spannungskurven und konstante Leistungen natürlich erstrebenswert, aber sie rauben mir nun mal nicht nachts um elf mit zitternden Knien und voller Adrenalin den Schlaf wie es die Partie gegen Malaga schaffte.

Dieses Spiel ist auch ein gutes Beispiel für ein anderes Thema. Nach dem unmöglichen Sieg darauf angesprochen, ob er eigentlich noch an einen positiven Ausgang geglaubt habe, antwortete Nuri Sahin, als er in Schmelles Gesicht geblickt habe, habe er gewusst, dass sie noch gewinnen würden.

Marcel Schmelzer, der in diesem Spiel übrigens auf Grund einer Gesichtsfraktur eine Maske trug, ist einer dieser Typen, die von Jürgen Klopp stark gemacht wurden. Praktisch nur aus Wille und Leidenschaft bestehend trieb er sich und seine Mannschaft zu Höchstleistungen. Er wurde zum Nationalspieler und war in aller Munde, ein wichtiger Bestandteil der erfolgreichen Saisons.

Nach einer kleinen Krise spielt er mittlerweile regelmäßig wieder auf höchstem Niveau. Trotzdem ist er auf einmal für Jogi Löw kein Thema mehr. Allgemein ist er irgendwie kein Thema mehr. Für die aktuellen Erfolge werden andere verantwortlich gemacht. Er scheint, als würde sein Spielertyp nicht mehr so wertgeschätzt werden wie es noch unter Klopp der Fall war.

„Schmelle“, ein Spielertyp mit dem vielleicht auch „Manni“ zu vergleichen ist. Sven Bender, der Mann der härter als Chuck Norris sein soll, der schon mal siebzig Minuten mit gebrochener Nase gespielt hat, der gleich mehrmals mit Maske auflief. Die war ja damals in Dortmund eh ziemlich Mode – Zufall? Zwei Beispiele für Spielertypen, wie Jürgen Klopp sie schätzt und auch formt, wie sie bei den Bayern und Pep Guardiola schon lange keinen Platz mehr finden.

Ich gebe zu, das sind keine Zauberfüße und vielleicht sollte es Ziel sein, fußballerisch nach Höherem zu streben, aber es ist eben eine Art Fußball, die bei Fußballromantikern, besonders bei Verfechtern des Malochens aus dem Ruhrpott, das Herz höher schlagen lässt.

Schmelle, Manni, Weidenfeller, Großkreutz,… – Männer, die unter Klopp strahlen konnten, jetzt aber irgendwie an Glanz verloren haben. Die glitzernden Stars der Mannschaft von heute sind Ballkünstler wie Reus oder extrovertierte, internationale Stars wie Aubameyang.

Die Frage ist jetzt nur, ist das dem Trainerwechsel geschuldet oder der Rücktritt Klopps vielmehr dem Glanzverlust seines alten Meisterteams?

Jürgen Klopp ist nach einer schwachen, schwierigen Saison von seinem Amt zurückgetreten und hat sich eine neue Aufgabe gesucht. Er hätte seine geliebte Borussia jedoch wohl nicht verlassen, hätte er das Gefühl gehabt, noch auf einer Wellenlänge mit seinem Team zu sein und wieder an die erfolgreichen Zeiten anknüpfen zu können.

Diese mentale, stilistische Veränderung hat schon vor dem Trainerwechsel stattgefunden. Durch personelle Veränderungen,  Verletzungspech, persönliche Entwicklungen und, weil eine Euphorie nun mal einfach nicht ewig anhalten kann.

Auch hierfür kann man im Personal ein gutes Beispiel finden. Mats Hummels ist auch in der Euphoriephase nach oben gekommen. Schien immer ein kluger, gebildeter, etwas anderer Fußballer zu sein. Vor allem sehr sympathisch. Jetzt ist er erwachsener, Kapitän geworden und wirkt plötzlich auch ziemlich langweilig und humorlos. Fußballerisch ist er nach wie vor erfolgreich und hoch anerkannt, auch in der Nationalmannschaft. Jedoch ist er auch durch eingeschnappte, beleidigte Aussagen in Richtung Presse aufgefallen. Jetzt spricht er davon, auf welche einem hohem Niveau man sich befinde, ja auf Meisterschaftsniveau. Eine Aussage, ein Ziel,  das sonst so offen eigentlich nur von den Bayern formuliert wird.

Immer wieder also diese Gemeinsamkeiten. In der Spielphilosophie, beim Trainer, den Spielern, in der gesamten Mentalität des Vereins. Insgesamt kann man zusammenfassen, dass in allen Bereichen aus einer jungen, euphorischen Truppe eine akribisch arbeitende, perfekt funktionierende Maschine wurde. Statt Spaß und Freude am Fußball sind nun Ernsthaftigkeit und seriöses Arbeiten die Grundvoraussetzungen für den Erfolg.

Das ist überhaupt nicht verwerflich und auch gar nicht als Vorwurf gemeint. Gut möglich, dass dieser Wechsel dem BVB schon in Kürze den Gewinn der Meisterschaft bescheren wird. Doch meine Sympathie haben sie verloren.

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Liebe Afdler,…

Liebe Afdler, liebe besorgten Bürger, liebe Asylgegner, -kritiker oder wie auch immer sonst ihr euch so nennt,

Ich stelle mal ein Szenario auf. Stellt euch Folgendes vor:
Jemand stellt eine wildfremde Person auf eure Türschwelle und gibt euch eine Waffe in die Hand. Er sagt euch, dass ihr diese Person nun bei euch wohnen lassen müsst. Falls ihr das nicht wollt, könnt ihr die Waffe nehmen und die Person erschießen.
Wofür entscheidet ihr euch?

Es ist wahrscheinlich mittlerweile klar, worauf ich hinaus will. Das ist es, was ein Befürworten von Grenzschließungen bedeutet. Das Abdrücken der Waffe.

Das bestreitet ihr jetzt wahrscheinlich und meint, so könne man das ja gar nicht sehen.
Gut, war vielleicht etwas überspitzt, aber verändern wir das Szenario ein wenig, sodass es tatsächlich der Realität entspricht:
Ihr müsst nicht selbst abdrücken, aber solltet ihr die Tür schließen, wird es jemand anderes tun. Oder auch: Ein Kind sitzt vor eurer Tür, lasst ihr es nicht herein, wird es dort verhungern.

Denn das ist es, was passiert in den Herkunftsländern der Flüchtlingen. Sie werden gefoltert, getötet, verhungern. Das darf man den Medien auch ruhig glauben oder sollte wenigstens mal mit tatsächlich Betroffenen reden.

Deshalb verstehe ich auch all diese Diskussionen über Obergrenzen, Zäune, Aufnahmestopps usw. nicht. Eine Diskussion zu führen bedeutet für mich mehrere Möglichkeiten gegeneinander abzuwägen.
Wenn die Alternative zur Aufnahme allerdings Not, Elend und Tod ist, dann ist das für mich keine Möglichkeit. Diese Diskussionen sollte es gar nicht geben.

Bei aller womöglich gar berechtigten Sorge – auch wenn ich persönlich sie nicht nachvollziehen kann, da ich schon immer für Nächstenliebe und kulturelle Vielfalt war- es gibt keine Alternative!

Die einzige Frage mit der wir uns beschäftigen sollten, ist, wie gehen nach der Aufnahme am besten weiter vor.

Es sei denn natürlich, ihr würdet abdrücken. Dann gehört ihr ins Gefängnis.

Durch Asylbewerber zur Weltmacht!

Was, wenn ich euch sage, dass das mächtige Weltreich Rom aus einem Haufen krimineller Asylanten hervorging, und dass die weltbeherrschende Stärke des Westens einzig auf der Einrichtung eines Asyls beruht?

Sicher, das stimmt vielleicht nicht ganz so, zumindest nicht nur, und ist wohl auch etwas plakativ formuliert, aber falsch ist die Aussage nicht. Lasst mich meine Argumentation Schritt für Schritt aufbauen und erst einmal für ein paar Fakten sorgen:

Einigen Strebern und Nerds (zu denen ich wohl gehöre) ist vielleicht der Geschichtsschreiber Livius und sein Werk „Ab Urbe Condita“ bekannt. Darin beschreibt er die Geschichte Roms ganz von Beginn an, unter anderem auch, wie die Stadt nach ihrer Gründung zu einer solchen Größe kommen konnte. Livius formuliert das folgendermaßen:

Deinde ne vana urbis magnitudo esset, adiciendae multitudinis causa vetere consilio condentium urbes, qui obscuram atque humilem conciendo ad se multitudinem natam e terra sibi prolem ementiebantur, locum qui nunc saeptus descendentibus inter duos lucos est asylum aperit. Eo ex finitimis populis turba omnis sine discrimine, liber an servus esset, avida novarum rerum perfugit, idque primum ad coeptam magnitudinem roboris fuit. (Ab Urbe Condita; 1,8)

Für alle Nicht-Nerds: Der Stadtgründer Romulus hat, um in seine nun so groß gebaute Stadt auch genügend Leute rein zu bekommen, einen Ort als Asyl geöffnet, an den Menschen aus den benachbarten Völkern, ganz egal welcher Herkunft und welchen Standes, flüchten konnten. Wichtig zu merken ist vor allem der letzte Teil des Zitats, denn der bedeutet so viel wie:

…und dies war der Kern für die begonnene Größe.

Fakt eins lautet also: Die Größe der Stadt Rom und daraus entstehend des dazugehörigen Imperiums, beruhte letztendlich darauf, ein Asyl für Flüchtlinge ohne jegliche Einschränkungen einzurichten. (Zumindest, wenn man Livius glauben mag, wobei er nicht der Einzige ist, der diese Erklärung liefert.)

Fakt zwei betrifft die Menschen, die Gebrauch von diesem großzügigen Asylrecht machten. Denn anders als heute, auch wenn gewisse Personen uns das in ihrer großen „Besorgtheit“ weismachen wollen, zog es damals wohl tatsächlich vor allem Kriminelle in die neu gegründete Stadt. Wobei wir hier auch die Definition von kriminell genauer betrachten müssen.

Sicher, es waren auch in ihren Herkunftsorten verurteilte und vogelfreie Mörder unter ihnen, aber einige begingen vielleicht auch nur einem ungerechten Rechtssystem zufolge Unrecht. Plutarch zum Beispiel betonte den Zufluchtscharakter von Romulus´Asyl und nennt als Zielgruppen auch Sklaven oder gesellschaftlich besonders Niedriggestellte. Dionysios von Halikarnaß behauptete sogar:

„Durch das Asyl habe Romulus einen Zufluchtsort für Menschen schaffen wollen, die von intoleranten, tyrannischen und oligarchischen Regimen,[…], verbannt worden seien.“                                                                     (Leitbild Wissenschaft?, Jürgen Dummer und Meinolf Vielberg (Hg.), Franz Steiner Verlag, S. 47)

Betrachtet man diese Beschreibung, so stellt man fest, dass sich die Situationen damals und heute womöglich sehr ähnlich sind. Fakt ist: Wir kennen die Beweggründe dieser Menschen aus der Antike nicht, und wenn wir ehrlich sind, in unserem behaglichen Zuhause können wir sie auch heute nicht ernsthaft nachempfinden.Doch all diese Menschen haben gemeinsam, dass sie etwas suchten und suchen, nämlich Asyl.

Zum besseren Verständnis dieser Tatsache, ein weiterer Fakt: Die Bedeutung, der Wortursprung des Begriffs.  Asyl bedeutet so viel wie Zufluchtsort (für Verfolgte), Heim (für Obdachlose). Das Wort enstammt dem griechischen asylon: „Ort der Sicherheit“ oder auch asylos: „unverletzt, unberaubt, unverletzlich, sicher“. Ein solcher Ort mit diesen Eigenschaften ist den Betroffenen in ihrer Heimat nicht gegeben.

Wer nun solche Bedingungen aufzuweisen hat, ist dazu verpflichtet, sie denen zur Verfügung zu stellen, die sich verzweifelt danach sehnen. Und zwar auf eine solche Art und Weise, dass der Name auch seiner Bedeutung gerecht wird.

Das war jetzt ein kleiner Schwenk ein wenig weg vom Thema in eine appellierende Richtung. Ein Appell, der mir persönlich sehr am Herzen liegt.

Nun aber zurück zur eigentlichen Argumentation: Wir wissen also bis jetzt, dass, welche und warum Menschen nach Rom kamen und der Stadt zu ihrer beeindruckenden Größe verhalfen. Zumindest mehr oder weniger. Wichtig für die heutige Geschichte ist aber natürlich was daraus folgte.

In Rom begann alles: Das Weltreich mit seinem unersättlichen Imperialismus, der auch nach dem Untergang des Reiches noch bis in die Neuzeit in der Mentalität der Europäer erhalten blieb, der sogar nach der Zeit der Kolonialisierung auf seine ganz eigene Weise von DER Supermacht des Westens, den USA, bis heute aufrecht erhalten wird. Dort liegt der Ursprung des mächtigen Westens. Wir im „guten, unantastbaren, ach so bedrohten“ Westen sind also Nachfahren eines Reichs, das aus Asylanten hervorging. Letzter Fakt!

Ich weiß, dass das zu pauschalisierend ist, dass die Argumentation an einigen Stellen hinkt, aber das soll auch kein wissenschaftlicher Bericht sein. Vielmehr will ich Denkanstöße geben, aufklären. Denn Fakt ist auch, dass man Stumpfsinn und Ignoranz nur mit Wissen und Verstand bekämpfen kann.

Was ist eigentlich „deutsch“?

Auf den Punkt getroffen!

Mit Sinn und Verstand

Menschen schreien durcheinander, brüllen Parolen in die Nacht. Ein Jeder trägt eine Fackel oder eine Fahne spazieren, Mütter nehmen ihre Kinder bei der Hand. Viele sind betrunken, andere ohnehin angestachelt und aggressiv genug, für das, was gleich folgen soll…

Die Hetze ist zurück, in ihrer hässlichsten Gestalt drängt sie zurück auf die Straße. „Deutschland den Deutschen!“ ist wieder modern geworden, vereinzelt durch „Nein zum Heim!“ – und „Ausländer raus!“-Rufe. Steine, Böller, Flaschen fliegen, während der kreischende Mob sich aufmacht um denen entgegenzutreten, die in ihrem Leben schon so viel mehr durchgemacht haben, als sich der ostdeutsche Durchschnittsnazi von seinem Fliesentisch aus auch nur entfernt vorstellen kann.

Wer mit Sand und Hitze eben nur Mallorca und den Ballermann verbindet und mit körperlichen Strapazen das Gassigehen mit dem Rottweiler, der kann sich eben nicht vorstellen, wie eine mehrmonatige Flucht durch unwirtliche Gegenden aussieht. Wer sich Nike-Schuhe und Thor-Steinar-Pullis leistet, weiß eben nicht…

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Kreuzzug 2.0

Diejenigen, die noch nicht von blinder Islamophobie befallen sind, die nicht vergessen haben, dass das im Moment angeblich so bedrohte Abendland eine häufig nicht allzu glorreiche Vergangenheit besitzt, haben natürlich schon längst die Parallele zwischen den christlichen Kreuzzügen des Mittelalters und dem islamistischen Terrorismus des 21. Jahrhunderts bemerkt.

„Tod den Ungläubigen!“, „Wenn er im Kampf stürzt, kommt er ins Himmelreich.“, Sätze, die damals wie heute gefallen sind. Ein heiliger Krieg im Namen Gottes, Ziele und Predigten, die allen religiösen Werten widersprechen, gierige Machthaber, die das gutgläubige und bedürftige Volk für ihre eigenen Interessen missbrauchen. Geschichte wiederholt sich eben doch.

Das ist jedoch nur die erste offensichtliche Wiederholung dieses Schandflecks der westlichen Vergangenheit. Geschichte mag sich vielleicht wiederholen, doch aus Fehlern lernt man leider nur selten.

Damals wurden sie als Ungläubige bezeichnet, heute ist es ihr Glauben weswegen sie anecken. Der zivilisierte Westen gegen das zurückgebliebene Morgenland. Im Mittelalter warf man den Muslimen vor Land wegzunehmen, heute sind es Arbeitsplätze.Barbarisch seien diese Menschen einer fremden Kultur, keine Manieren hätten sie, seien gewalttätig gegenüber Frauen. Unmöglich verhalten sie sich eben!

Der Unterschied ist natürlich, dass wir heute nicht mehr in den Krieg gen Osten ziehen, sondern der „Gefahr“ im eigenen Land, an den eigenen Grenzen entgegen treten. Ist auch eh viel bequemer und weniger tödlich. Jetzt können wenigstens alle mitmachen und nicht mehr nur die mutigen, tüchtigen Krieger. Dank des Internets muss man nicht einmal mehr das Haus verlassen.

Moderner Krieg wird digital geführt. Propaganda verbreitet sich dadurch auch so viel schneller. Die Parolen unterscheiden sich dabei kaum von denen des 12. Jahrhunderts. Und die Beweggründe bleiben sowieso immer dieselben: Angst. Angst vor der Fremde, Angst vor Veränderung, Angst um den eigenen Besitz und Wohlstand.

An dieser Stellen also ein Tipp für die nächste Demo in Heidenau: Einfach mal mit einem Mittelaltermarkt zusammen legen. Besorgt euch doch ein paar Tempelritter-Outfits!